Dorfkapelle Ebertried

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Die unter Denkmalschutz stehende Ortskapelle in Ebertsried Pl. Nr. 1532 wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. Im Hintergrund Bildmitte die Dorfkapelle Ebertsried in ihrem ursprünglichen Zustand


Die alte Kapelle in Ebertsried war ein einfacher Holzbau, deren Fußboden sogar nur aus gestampftem Lehmboden bestand. An der Längsseite hingen die Totenbretter der verstorbenen Dorfbewohner. Es befand sich auch eine einfache Holzbank an der Seite, die zu einer kurzen Verweil auf dem Weg nach Regen einlud. Erbaut hat sie im Jahre 1833 Josef Kronschnabl, Bauer aus Ebertsried. Nach dem Brand im Jahre 1913 wurde diese Holzkapelle wie durch ein kleines Wunder nicht beschädigt. Daraufhin gelobten die Dorfbewohner eine jährliche Wallfahrt nach Kirchdorf. Im Jahre 1951 wurde die alte hölzerne Kapelle abgerissen und durch einen Steinbau in der jetzigen Form errichtet. Der Missionspater Mauritius aus Niederalteich besorgte kostenlos einen neugotischen Altaraufsatz: eine Muttergottes mit Kind in der Mitte und zu beiden Seiten Figuren des hl. Aloisius und des hl. Josef, des weiteren standen auf dem Altar ein Tischkreuz und böhmische Glasleuchter. Zur Kapellenweihe des Neubaus schrieb Pfarrer Isidor Gabriel am 29. April 1951 im Gedenkbuch dazu folgendes nieder:

Die Bewohner des Dorfes Ebertsried und die Familie Michl Neumeier, Hochreuth, erbauten zwei sehr schöne und würdige Kapellen. Um der ersteren haben die Familien Hackl, Zellner und Penn aus Ebertsried den größten Verdienst. Die zweite baute die Familie Neumeier allein. Der Altar mit den Statuen in der Kapelle von Ebertsried wurde vom Kloster Niederalteich gespendet. In beiden Kapellen werden die täglichen Maiandachten gehalten und der Rosenkranz gebetet. Möge die Rosenkranzkönigin der friedlosen Welt den Frieden erbitten.

Im Jahre 1971/72 hatte man bei einer Renovierung die alte Einrichtung entfernt.  Statt des schönen neugotischen Altars wurde ein Holztisch, ein so genanntes „Zwiemandl“ (zweistämmiger Holzstamm) mit einer Holzplatte darüber aufgestellt. Im Jahr 1998/99 beschloss der Dorfverein, die Kapelle von Grund auf zu renovieren. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden wurden folgende Arbeiten ausgeführt: Außen- und Innenwände neu verputzt, die Innendecke und die Bestuhlung erneuert, eine neue Beleuchtung installiert, das Dach gestrichen, das Kapellenkreuz vergoldet, sowie den Vorplatz und Aufgang gepflastert. Max Wellisch stiftete eine 40 kg schwere Glocke, die von der Glockengießerei Perner aus Passau stammt. Verbunden mit einem Dorffest erhielt die Dorfkapelle am 30. Juni 1999 durch Pfarrer Josef Stallinger, assistiert von Vikar Marsczewski, den kirchlichen Segen.

 

Quelle: Bernd Schulz