Schnellsuche Button
Wetter
Bayerischer Wald Bayerischer Wald Bayerwald Live FIS Ski Weltcup

Wohlfühltage auf dem Bauernh

199,00

Aktiv und entspannt die Natursch&

349,00 für 2 Personen

Lebendiges Bauernhofleben erfahre

199,00 Euro ab 2 Personen

22.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Zwei Dörfer lassen sich in die Karten schauen

Zwei Dörfer lassen sich in die Karten schauen

Kirchberg und Zell öffneten beim Dorfaktionstag am Sonntag, 25.07.2010 ihre Türen für die Besucher

Der ältere Herr hinterm Steuer hat einen unüberhörbar schwäbischen Einschlag. "Jetzt fahr mer nach Rimini, gell", sagt Konrad Auwärter. Die Bustür muss der letzte Fahrgast von Hand zuziehen, denn auch das Fahrzeug ist schon etwas betagter. Aber dafür ist Auwärters Rimini auch fast in Sichtweite. Den ganzen Dorfaktionstag lang chauffierte der Oldtimer-Bus gestern Fahrgäste zwischen Kirchberg und Zell hin und her.
Der Neoplan SH 30, Baujahr 1956, aus der Sammlung des einstigen Pilstinger Bus-Patriarchen und jetzigen Ruheständlers Konrad Auwärter war nur eine der zahlreichen Hingucker, die sich am 25.07.2010 in den beiden Dörfern den Besuchern boten. Ein Hingucker war auch das Dorf Kirchberg selbst, zu betrachten aus einer ganz ungewohnten Perspektive: Die Firma Schiller hatte ihren Schwerlastkranwagen am Amthofplatz geparkt und von dessen Ausleger konnten sich Schwindelfreie gut 20 Meter in die Höhe tragen lassen.
Mit einem Gottesdienst an der Schule hatte Pfarrer Bernhard Saliter den Tag begonnen und dabei trat auch der neue Kirchberger Lehrerchor erstmals öffentlich in Aktion.
Eröffnet wurde der Dorfaktionstag von Bürgermeister Alois Wenig und stellv. Landrat Willi Killinger um 11:30 Uhr, aber so richtig in Fahrt kam das Programm erst nach dem Mittagessen.
Sowohl an der Schule als auch rund um den Amthof hatten zahlreiche Firmen der Region ihre Infostände aufgebaut. Vereine wie etwa BRK, Rettungshundestaffel DonauWald oder Waldbesitzervereinigung stellten sich vor. Auch die Kinder kamen auf ihre Kosten, sei es beim Bienenwachskerzen-Basteln im "Haus der Bienen", beim Kinderschminken mit dem Roten Kreuz oder an zahlreichen Geschicklichkeits-Stationen. An der Schule wurde an diesem Tag gleich doppelt gefeiert, denn auf der Aussichtsterrasse vor der Aula luden Elternbeirat und Förderverein zum alljährlichen Sommerfest ein. Ganz erstaunt war Schulleiter Rudolf Wagner, wie gut seine Führungen durch die Schule ankamen. Schon zur Mittagszeit wollten 20 Besucher einen Blick in das moderne Schulgebäude werfen.
Auf der Strecke zwischen Ortskern und Schule staute sich zeitweise der Autoverkehr - nicht zuletzt deshalb, weil wegen Hochwasserschadens ein Teilstück nur einspurig befahrbar war. Und weil die Fußgängerströme den Verkehr wirkungsvoll beruhigten.
Wer sich von dem alten Neoplan mit den Panoramafenstern nach Zell tragen ließ, konnte erst einmal Konrad Auwärter beim Arbeiten zuschauen. "Ohne Servolenker, ohne Bremskraftverstärker!" erklärte der Oldtimer-Sammler den kleinen Unterschied zu heutigen Fahrzeugen.
In Zell zog vor allem der frisch dorferneuerte Ortskern das Interesse vieler auswärtiger Besucher auf sich.
Etwas ruhiger hatten es die vier Frauen, die sich vor der Kirche unter einem Zelt beim Klöpplen zuschauen ließen. Eine für die Gegend höchst ungewöhnliche Handarbeitstechnik, wie Maria Ertl zugibt. Sie hatte sich das Klöpplen seinerzeit von einer Bekannten aus der Oberpfalz zeigen lassen. "Eigentlich kommt es aus dem Erzgebirge", erklärt sie.
Da ist der mobile Hufschmied schon häufiger, denn bei den zahlreichen Rosserern des Bayerischen Waldes ist er gefragt. Martin Pauli war mit seinem Kleintransporter am Dorfplatz vorgefahren, in dem Hämmer und Ambros zu sehen waren. Zunächst aber stand bei den Pferden des Zeller Rosserers Christian Bauer die Hufpflege an - auch das ein Schauspiel, das viele Zuschauer anlockte.


Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 26.07.2010