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22.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Wer ruft denn da: Mönch, Singdrossel oder Zilpzalp?

Wer ruft denn da: Mönch, Singdrossel oder Zilpzalp?

Vogelstimmenwanderung mit dem Bund Naturschutz? Viele denken da zunächst an Aufstehen früh um fünf, in der Luft ein reges Durcheinandergezwitscher, und am Schluss wird zufrieden festgestellt, man habe über zwanzig Vogelarten gehört. Aber wie hält man die Stimmen auseinander? Die BN-Kreisgruppe Regen ging es anders an: „Wenn jemand, der noch nicht viele Arten kennt, sich nach dieser Exkursion drei davon merkt und am nächsten Tag wiedererkennt, dann ist das ein guter Anfang“, meinte Dr. Egid Werner zur Begrüßung der rund zwanzig Teilnehmer.
Um halb acht ist der Mensch besser ausgeschlafen, die Vogelwelt dafür schon ruhiger geworden, aber der Tag trotzdem noch frisch. Mehlschwalben und Spatzen machten sich in Raindorf lebhaft bemerkbar. Am Ende des Dorfes ging es in Richtung Plattenstein, dem Hausberg der Raindorfer und Untermitterdorfer.
Am Waldrand ragte eine laut flötende Stimme heraus, die sich am Schluss beinahe überschlugt: Die Mönchsgrasmücke, kurz „der Mönch“ genannt. Zu ihr gesellen sich gerne der Fitis mit weicherer Stimme, der schnelle Buchfink und der eher monotone Zilpzalp, der seinem Namen alle Ehre macht. Diese Vögel mögen abwechslungsreiche Strukturen und finden sich deshalb auch in Hecken und oft in Parkanlagen.
Auffällig war, wie nach einem ruhigen Abschnitt am Fichtenwald entlang das Konzert urplötzlich wieder auflebte, als die Gruppe zu einer lichten Fläche kam, die mit einer Vielfalt von jungen Gehölzen und blühenden Stauden bewachsen war. „Wer war schon einmal auf dem Plattenstein?“ fragte Egid Werner in die Runde. Nur zwei der Teilnehmer hoben die Hand. Ein verborgenes Kleinod. Im Wald drinnen gab es noch einmal Vogelkunde. Das Rotkehlchen lässt sein nicht ganz so lautes Flöten mit einem Triller auslaufen, der Zaunkönig schmettert eher seine Töne, und die Singdrossel wiederholt ihre Strophe ein paar mal zur Freude des Lernenden. Beim Schlussanstieg ging es an eindrucksvollen Felsblockhalden entlang, und am Gipfel öffnete sich ein Fenster mit Blick in den Lallinger Winkel mit dem greifbar nahen Brotjacklriegel, hinunter bis weit in die Donauebene.

Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 26.05.2011