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22.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Wasser in der Todtenau so sauer wie Essig

Wasser in der Todtenau so sauer wie Essig

Der Lackmustest beweist es: Das Wasser in der Todtenau hat deselben ph-Wert wie Essig. Welche Bedeutung dieses Ergebnis für das Waldgebiet zwischen Reichertsried udn Dösingerried in der Gemeinde Kirchberg i. Wald hat, erforschen die Viertklässler mit ihren Lehrkräften Susanne Grüninger und Johann Probst bei einem Projekttag. Fachkompetente Unterstützung fanden sie bei dem Expertenteam Uwe Reißweber und Vera Bäuerle vom Naturpark Bayerischer Wald.
Durch den Vergleich der ph-Werte von Wasser aus der Todtenau, Essig, Trinkwasser und Seifenlauge erfassten die Schüler zunächst ein wesentliches Bestimmungsmerkmal von Moorgebieten wie der Todtenau. Dabei erfuhren die jungen Forscher, was die Voraussetzungen für das Entstehen eines Moores sind.
Zunächst verdichtete sich der Boden, dann sammelte sich in einer Erdwanne Wasser. Wasserliebende Pflanzen und Torfmoose begannen schließlich, diese Wanne zu besiedeln - so lange, bis das Becken zugewachsen und keine größere Wasseroberfläche mehr sichtbar war. Abgestorbene Pflanzenteile wurden nur mehr ganz langsam zersetzt, da der hohe Wasserspiegel sie vom Sauerstoff abschloss und sich so ein saurer Zustand entwickelte. Der geringe Wasserabfluss und die Tatsache, dass die Niederschlagsmenge höher war, begünstigten die Bildung des Hochmoors in der Todtenau maßgeblich.
Das Alter des Moorgebietes zu bestimmen, war für die Viertklässler kein Problem. Schnell fanden sie heraus, dass das Moor bei einem jährlichen Wachstum von einem Millimeter und einer Gesamtdichte von acht Metern etwa 8000 Jahre alt sein muss. In 1000 Jahre Erdgeschichte konnten die Mädchen und Buben beim Vergleich der Bodenproben aus dem Moor und dem Wald blicken. Mit einem Bohrrohr entnahmen sie Erdproben. Während der Waldboden eine lockere, krümelige Konsistenz aufwies, war der Moorboden weich und wässrig.
Vielen Schülern war die Todtenau als Wandergebiet bekannt, an diesem Projekttag aber erfuhren sie durch eigene Beobachtungen und Untersuchungen von der Einzigartigkeit des Moorgebietes in ihrer Heimatgemeinde.


Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 03.08.2010