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22.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Waldweg kann staubfrei werden − aber nur, wenn die Anlieger mitzahlen

Viel Ärger mit der Staubentwicklung haben derzeit die Anwohner des Waldweges in Zell. Deshalb hatte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einem Antrag zu befassen.
Die Anwohner fordern eine Staubfreimachung ohne Anliegerbeiträge, weil der Staub vor allem den schlechten Verkehrsverhältnissen und der Belastung durch die Besucher des angrenzenden Sportplatzes und des Modellflugplatzes angekreidet wird. Auch habe die Verkehrsbelastung durch den erst kürzlich gebauten Forstweg stark zugenommen.
Im Rahmen der Dorferneuerung Zell sei diese Maßnahme nicht mehr förderfähig, erklärte Bürgermeister Alois Wenig, so dass die Anlieger auf freiwilliger Basis zu einer Kostenbeteiligung aufgefordert werden müssten. Nach der Straßenausbaubeitragssatzung sei hier mit einer 80-prozentigen Beteiligung zu rechnen. 3. Bürgermeister Gerhard Penn berichtet, dass das Ergebnis einer grob überschlägigen Kostenanfrage bezüglich Teerung rund 8000 Euro ergeben habe. Eventuell könne eine Staubfreimachung auch mittels Spurplatten erfolgen. Die Kosten hierfür seien noch nicht ermittelt.
Von diesen Aussichten waren Vertreter der Anliegerschaft, die in den Sitzungssaal gekommen waren, nicht begeistert. Sie kritisierten, dass die Straße zum Großteil von Nichtanliegern benutzt werde, eine Umlegung der Kosten jedoch voraussichtlich nur auf die Anlieger durchgeführt werde.
Der Gemeinderat beschloss, Kostenangebote für eine Teerung und eine Staubfreimachung mittels Spurplatten einzuholen. Dann soll die Umlage an die Anlieger festgesetzt werden, wobei auch die Nutzung der Straße durch Nichtanlieger berücksichtigt werden soll. Zustandekommen werde die Maßnahme aber nur, wenn sich die Anlieger an der festgesetzten Umlage beteiligen, wie der Bürgermeister klarmachte.

Bauprojekt am Anger hat Chancen
Wenn die Anlieger zustimmen, wird es eine Einbeziehungssatzung für den Bereich des Dorfangers in Zell geben. Bürgermeister Alois Wenig berichtete dem Gemeinderat, dass das Landratsamt das Bauvorhaben von Günther Stadler derzeit als nicht zulässig ansieht, weil es im Außenbereich liegt. Die Lösung wäre der Erlass einer Einbeziehungssatzung − der hätte allerdings für die Anlieger die Konsequenz einer beitragsrechtlichen Veranlagung (Wasser/Kanal) wegen der künftigen Bebaubarkeit der Grundstücke im Geltungsbereich der Satzung. Der Gemeinderat beschloss, die Anlieger im Bereich der Einbeziehungssatzung vor Einleitung eines Verfahrens zu beteiligen. Die anfallenden Planungs- Porto- und Insertionskosten müsste Günther Stadler tragen.

Flurschäden durch Reiter, die sich nicht an den ausgeschilderten Wegverlauf im Bereich Dornhof halten, beklagt der betroffene Grundbesitzer Ferdinand Pletl. Er hat deshalb die Sperrung des Weges für Reiter beantragt. Der Gemeinderat entschied allerdings, erst einmal Gespräche mit den Pferdebesitzern zu führen.

Ohne Gegenstimme wurden der Bauantrag Tanja und Christian Schiller, Kirchberg, Anbau eines Windfanges und Einbau einer Dachgaube, gebilligt. Zum Antrag von Felix und Silvia Ulrich auf Errichtung einer Garage im Kalten Ring in Kirchberg erklärte Bausachbearbeiter Hermann List, dass die Garage außerhalb der hierfür vorgesehenen Baugrenzen erfolgen solle. Es könnte deshalb die weitere Bebauung der Nachbarparzelle hinsichtlich deren Garagenstandort eingeschränkt sein,auch könnten Gefahrensituationen wegen des derzeit auf dem Nachbargrundstück befindlichen Kinderspielplatzes entstehen. Der Gemeinderat stimmt der isolierten Befreiung zur Errichtung der Garage zu, jedoch unter der Voraussetzung, dass ein Abstand zum Straßengrundstück hin von mindestens 1,50 Meter eingehalten wird.
Ohne Debatte gab es grünes Licht für die Anträge von Manfred List (Anbau einer offenen Unterstellhalle an die bestehende Produktionshalle in Höllmannsried) und Michael Aulinger, Aufstockung des bestehenden Wohnhauses in Untermitterdorf.
Wie geht es mit der Weiheranlage Sommersberg weiter? Hier berichtete Bürgermeister Wenig, dass das Überflutungsproblem durch das Ingenieurbüro Ernst Pledl untersucht wurde. Verschiedene Alternativen zur Problemlösung sind demnach denkbar. Ein Regenrückhaltebecken mit 520 Kubikmetern Volumen würde rund 115 000 Euro kosten, eines mit 650 Kubikmeter 120 000 Euro, ein RRB von 1100 m³ ohne Ableitung 75 000 Euro, eine Notüberlaufmulde und ein offener Graben kämen auf 13 500 Euro.
Insbesondere die ersteren drei Lösungen sah Wenig wegen der Kosten als indiskutabel an. Der in der Sitzung anwesende flut-betroffene Angrenzer monierte, dass bei der Abhilfemaßnahme vor mehreren Jahren zu gering dimensionierte Rohre verlegt worden seien. Der zusätzlichen Verlegung einer zweiten Ablaufleitung stimme er zu, wenn beim Auslauf eine entsprechende Pflasterung durchgeführt werde.
Gemeinderat Michael Kronschnabl gab zu bedenken, dass die bestehende Weiheranlage ohnehin die Funktion einer Regenrückhaltung erfülle; der Weiher diene zudem als Wasserreservoir für den Brandschutz der anliegenden Grundstücke.

Zuschuss für Berlin-Reise
Einem Zuschuss für die Studienfahrt der 8. Klasse der Volksschule stimmte das Gremium einmütig zu: Für die Fahrt, die vom 29. Mai bis zum 2. Juni nach Berlin führte, gibt es von der Gemeinde 250 Euro.

Bürgermeister Alois Wenig berichtete, dass der Landkreis die Instandsetzung der beiden Kreisstraßenbrücken zwischen Kirchberg und Ellerbach (Nähe Kläranlage) und in Unternaglbach vergeben hatte. Beide Baumaßnahmen hätten sich terminlich jedoch nicht gemeinsam verwirklichen lassen, so dass bei der Sanierung der Unternaglbacher Brücke im Herbst nochmals mit Einschränkungen wegen entsprechenden Umleitungen zu rechnen sei.

Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 11.06.2011