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Und der „Gaston“ geht an . . . den „Kirchberger Hof“

Er sieht dem „Oscar“ ziemlich ähnlich und liegt ebenso schwer in der Hand: Der „Gaston“, den die Gastro Award AG alljährlich in verschiedenen Kategorien vergibt. Im Bereich Hotel/Hotel Garni ist die Auszeichnung am Samstag in Kirchberg gelandet - und zwar im Gasthaus „Kirchberger Hof“. Die Wirtsleute Albert und Christiane Lohr hatten zur Preisverleihung eingeladen, und gekommen waren nicht nur die geladenen Ehrengäste und die im Haus wohnenden Urlaubsgäste, sondern auch viele Kirchberger.
22 000 Gastronomiebetriebe in ganz Deutschland hatten sich nach Angaben von Christine Braun vom Gastro-Award-Vorstand in diesem Jahr um einen der Awards beworben. Die Entscheidungen fallen auf Länderebene aufgrund von Gäste-Beurteilungen, wie Braun erklärte. Mit ihrem bayerischen Landessieg wollen sich die Wirtsleute Albert und Christiane Lohr jetzt am Bundeswettbewerb beteiligen. Dort müssen sie sich auf den Besuch von Hotel-Testern gefasst machen.
Ein preisgekröntes Hotel im langjährigen „Sorgenkind“ des Ortes, dem früheren Gasthof Mader - das ist vor allem für Bürgermeister Alois Wenig ein Grund zur Freude. „Ich bin glücklich über diese Ehrung“, sagte er in seinem Grußwort, „es gibt nichts schlimmeres als ein Wirtshaus, das leer steht.“ Und dieses Schicksal hatte den Gasthof in den vergangenen Jahren mehrfach getroffen. Bis dann vor knapp zwei Jahren Albert und Christiane Lohr ihr bisheriges Hotel in Grafenau aufgaben und in Kirchberg ihren „Kirchberger Hof“ eröffneten. Albert Lohr stammt aus München, seine Frau aus Sachsen - Grund genug für den Bürgermeister, als Geschenk ein niederbayerisches Kochbuch zu überreichen.
Regionaltypische Küche in der Gastronomie des Bayerwaldes - diesen Wunsch sprach auch Helmut Brunner an. Der Staatsminister ist schließlich nicht zuletzt auch für Ernährung zuständig. „Heute reicht es nicht mehr, wenn der Gast satt ist“, sagte Brunner, „der Gast will umsorgt werden.“ Und das funktioniere offensichtlich bei den Lohrs besonders gut. „Sie beweisen es“, sagte Landrat Heinz Wölfl an die Ausgezeichneten gewandt, „man kann in Kirchberg Erfolg haben, wenn man gut ist.“ Der Preis sei ein Grund zur Freude, denn die viergrößte Gemeinde im Landkreis brauche eine gute Gastronomie.
„Der Gast ist der schärfste Kritiker“, sagte Christine Braun von der Gastro Award AG. Und nach dessen Votum sei die Wahl auf den „Kirchberger Hof“ gefallen. Braun überreichte Christiane Lohr die gerahmte Urkunde, ihr Gatte durfte den „Gaston“ triumphierend in die Höhe stemmen.
Die Kriterien für die Zuerkennung des Preises blieben bis zuletzt etwas nebulös, und auch Albert Lohr konnte nur vermuten: „Ganz schlecht können wir nicht sein, sonst hätten wir den Preis nicht gekriegt“. Aber eine Ahnung vom Geheimnis der Wirtsleute bekamen die auswärtigen Gäste schon während der Feier. Mit Charme und Entertainer-Qualitäten führte der Hausherr durch den Abend. Und entschuldigte sich bei den prominenten Gratulanten Brunner und Wölfl: „Schön dass Sie gekommen sind, aber als erstes muss ich meinen Hausgästen danken.“ Blumen gab es für Diana Brunner, für Frau Wenig und Christine Braun, außerdem für zwei treue Mitarbeiterinnen, die den Lohrs aus Grafenauer Tagen treu geblieben sind. Ebenso wie die beiden Urlauber-Ehepaare, die für ihre langjährige Treue zum Haus Lohr geehrt wurden.
Die Wirtsleute haben mittlerweile das Nachbarhaus teilweise dazugepachtet, sie können jetzt 54 Betten anbieten und sind so für Bus-Gruppen gerüstet. Aber am liebsten, sagt Albert Lohr, ist ihm eine moderate Belegung. „Bei 15 oder 20 Leuten kann ich mich noch persönlich um alle kümmern“, meint er, „und die Leute auch noch zusammenbringen.“ Denn dass ein Ehepaar eine Woche lang allein am Tisch sitzt - das kommt beim Hotelier Lohr nicht in Frage.
Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 23.08.2010






