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22.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Neues aus Kariobangi aus erster Hand

Neues aus Kariobangi aus erster Hand

Die neuesten Nachrichten aus Kariobangi, einem Stadtteil in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, brachte Schwester Lydia Pardeller mit nach Kirchberg an die Schule. Die Neuigkeiten stammten aber nicht von einem besonderen touristischen Anziehungspunkt, sondern von einem der armseligen Elendsviertel.
Schwester Lydia arbeitet dort an dem kirchlichen Entwicklungsprojekt „hands of care and hope“ mit, das unter anderem den Bildungsnotstand in den Slums bekämpft. Erich Mühlbauer, der Sprecher der Eine-Welt-Runde-„KiRiKi“, hatte in seiner Zeit als Entwicklungshelfer in Afrika die ersten Kontakte zu der gebürtigen Südtirolerin geknüpft. Seit Jahren geben die Kirchberger Schüler ihr Weihnachtsopfer für ihre Altersgenossen in diesem Viertel ab.
Von einem früheren Besuch der Ordensschwester wussten die etwas älteren Schüler schon von den Zuständen in Nairobis Elendsvierteln. Von Lehrerin Christine Augustin, die sich selbst schon vor Ort über die elenden Verhältnisse informiert hat, erfahren die Kinder, was mit ihrem Geld geschieht.
Ganz Auge und Ohr waren die Kinder, und was nicht ganz so selbstverständlich ist, auch die Jugendlichen aus den oberen Klassen, als Sr. Lydia mit Fotos über den neuesten Stand in ihrem Arbeitsbereich erzählte: „Dank eurer Hilfe können die Kinder dort mit sauberer Kleidung in die Schule gehen.“ Der Wunschtraum jedes Jungen sei es, lange Hosen zu besitzen − eine Art Statussymbol bei den Kindern.
Sie wusste aber auch von den weiterhin extrem großen sozialen Gegensätzen zu erzählen: „Kenia ist ein sehr reiches Land; doch Reiche helfen nicht denen, die kein Geld haben.“ Im Argen lägen auch die medizinische Versorgung. Entweder fehlten die richtigen Medikamente oder sie würden falsch angewendet. Viele Menschen würden so sehr früh sterben. Als Zeichen einer positiven Entwicklung sieht Sr. Lydia aber, dass immer mehr Projekte begonnen werden, die die Berufsausbildung und den Ausbau des Schulwesens fördern. Dazu beigetragen haben auch die Spendengelder, mit denen fünf Schulen errichtet wurden.

Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 06.07.2011