22.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten
Maschinenring: Eine runde Sache

Es ist ja nicht so, dass sich die Landwirte untereinander immer grün sind. Da sind die Milchbauern, die glauben, dass die Ackerbauern bevorzugt würden, da gibt es im Bauernverband verschiedene Flügel, und der Bund der Milcherzeuger glaubt gar, dass die Milchbauern vom Bauernverband generell stiefmütterlich behandelt werden. "Aber es gibt eine Organisation, in der finden alle zusammen", meinte Hans Döringer, Bauernverbands-Kreisobmann im Landkreis Freyung-Grafenau, "im Maschinenring". Das zeigt, wie wertvoll diese Selbsthilfeeinrichtung der Landwirte ist, wenn sie solche Grenzen ganz leicht überwinden kann. Der Maschinenring Mittlerer Bayerischer Wald bietet Hilfe und Unterstützung für Landwirte seit 50 Jahren.Das wurde auf dem Mühlbauer-Hof in Kirchberg groß gefeiert.
Mit hochrangigen Gratulanten wie dem bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und Leonhard Ost aus Günzburg. Der ist nicht nur Landes- und Bundesvorsitzender des Kuratoriums der Maschinen- und Betriebshilfsringe, sondern auch Präsident der europäischen Maschinenring-Organisation. Er erwähnte in seiner Rede eine Besonderheit des Maschinenrings Mittlerer Bayerischer Wald: "Mit Hannelore Fuchs-Schätz wurde 1997 erstmals eine Frau zur Ringvorsitzenden gewählt. Sie ist derzeit die einzige Vorsitzende in ganz Bayern und soviel ich weiß auch in ganz Deutschland. Liebe Mitglieder darauf können Sie stolz sein. Sie nehmen hier eine Vorreiterrolle ein."
Stolz kann der Maschinenring, der in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau wirkt, auch auf seine Entwicklung in den vergangenen 50 Jahren sein: 740 Mitglieder wurde er stark, davon haben 522 einen landwirtschaftlichen Neben- oder Vollerwerbsbetrieb. Diese Landwirte bewirtschaften 12 207 Hektar Fläche, die große Mehrheit der insgesamt 14 000 Hektar Fläche im Maschinenring-Gebiet in den beiden Landkreisen. Bayernweit gibt es 73 Maschinenringe, die 98 000 Mitglieder haben.
Ost stellte auch dar, wie wichtig die über die Maschinenringe vermittelten Betriebshelfer seien, die den Landwirten in Krankheits- oder Urlaubszeiten schnell und unbürokratisch helfen.
Dass die Arbeit des Maschinenrings geschätzt wird, zeigte sich auch in der großen Zahl der Ehrengäste. BBV-Kreisobmann Josef Pletl und Kreisbäuerin Katharina Zellner waren ebenso gekommen wie MdL Alexander Muthmann, 3. Landrat Heinrich Schmidt und Kirchbergs Bürgermeister Alois Wenig. Sie fanden, wie die übrigen vielen hundert Gäste, perfekte Aufnahme auf dem Mühlbauer-Hof in Kirchberg. Im Stadel wurde der Festakt gefeiert, auf dem Gelände rund um den Hof gab es viele Informationen. Der Maschinenring zeigte sein Angebot, Betriebe mit landwirtschaftlichem Gerät präsentierten sich, Vereine wie die Waldbesitzervereinigung. Dazu gab es ein Kinderprogramm − langweilig musste es keinem werden.
Auch nicht bei der Festansprache von Minister Helmut Brunner, der den Landwirten mit viel Schwung Optimismus einzuimpfen versuchte. Die Maschinen- und Betriebshilfsringe bezeichnete er als "Premiumpartner der Landwirte", die mithelfen würden, dass die Landwirte im Konkurrenzkampf mithalten können. "Sie helfen den Landwirten, stets die neueste Technik nutzen zu können; und sie helfen den Landwirten dabei, wirtschaftlich arbeiten zu können", sagte er. Ein Beispiel für die neueste Technik stand draußen auf der Wiese, ein Maishäcksler mit einer Arbeitsbreite von sieben Metern. Bereits in der kommenden Woche wird er auf den Maisfeldern im Landkreis die Arbeit aufnehmen.
Brunners Prognose: "Grund und Boden werden wertvoller." Und das hänge unter anderem damit zusammen, dass Flächen für die Erzeugung von Bio-Energie gebraucht würden, dass angesichts der weiter wachsenden Weltbevölkerung der Bedarf an Nahrungsmitteln weiter steigt. Durchaus optimistisch zeigte er sich auch beim Thema der Förderung der EU, die ab 2013 neu gestaltet wird. Er sei in engem Kontakt mit dem EU-Argra-Kommissar Ciolos und er könne sich als bayerischer Agrarminister durchaus anfreunden mit den geänderten Förderrichtlinien.
Bei einem Wort merkte MR-Vorsitzende Fuchs-Schätz besonders auf: Bürokratieabbau. Den wünsche sie sich besonders, meinte sie, als sie sich bei Minister Brunner bedankte. Und damit der Minister auch weiß, was "seine" Bauern so produzieren, bekam er als Dank auch noch einen Einkaufsbummel im Mühlbauer-Hofladen geschenkt.
Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 13.09.2011






