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22.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Kirchbergs Schüler knüpfen Kontakte mit muslimischen Kindern


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Kirchbergs Schüler knüpfen Kontakte mit muslimischen Kindern

Keine Vorurteile haben“, lautete die Antwort der Schüler auf die Frage, wie Muslime und Deutsche bei uns besser zusammenleben könnten. Die 7. Klasse der St.-Gotthard-Volksschule besuchte mit ihrem Religionslehrer Christoph Plattner am Samstag den „Tag der offenen Tür“ in der Selimiye-Camii-Moschee in Deggendorf. Die muslimische Gemeinde aus Deggendorf, Plattling und Hengersberg veranstaltet jedes Jahr diesen Tag. „Alleine traut man sich oft nicht in die Moschee hinein.“, erklärte Moschee-Führerin Seval Tas, „Aber zu Gruppenführungen kommen viele Interessierte.“
Christoph Plattner hatte im Rahmen des Religionsunterrichts mit dem aktuellen Thema „Islam“ diese Fahrt organisiert. Er hatte im Vorfeld mit den Vorbereitern des „Tages der offenen Tür“ ein Treffen zwischen den Kirchberger Schülern und den Kindern der muslimischen Gemeinde vereinbart. Seval Tas und ein ehemaliger Imam der Moschee erklärten die Abläufe beim wöchentlichen Freitagsgebet, die Ausstattungen mit Gebetsnische, Minarett und Kanzel und die Grundsätze des muslimischen Glaubens.
Die Schüler bekamen auch ein typisches Freitagsgebet vom ehemaligen Imam zu hören. Mit einem Kennenlern-Spiel, bei dem Zweiergruppen aus einem Muslim und einem Christen gebildet wurden, stellte sich für beide Seiten heraus, dass die Unterschiede, die man oft glaubt zu kennen, bei richtigem Kennenlernen nicht existieren. Es überschnitten sich nicht selten Geburtsort und Hobbys, ebenso auch Berufs- und Zukunftswünsche.
In der Mittagspause nahmen die Schüler den Rat, in die türkischen Kochkünste hineinzuschnuppern, sehr wörtlich und aßen sich quer durch die türkische Küche: Es gab fleischfreie, mit Hackfleisch, Würstchen oder Gyros gefüllte Fladenbrote, Ananas, Wassermelonen und türkischen Kuchen und sonstiges Gebäck. Gestärkt durch das sehr schmackhafte Essen bekamen die muslimischen Kinder einen kleinen Einblick in die Bräuche und Traditionen der katholischen Kirche.
Anschließend diskutierten die Kinder über Probleme, die immer wieder entstehen, wenn Muslime und Christen zusammenleben. Es wurden viele Geschichten und Ereignisse erzählt, die hautnah miterlebt wurden. Doch egal ob Christ oder Muslim: Jedes Kind erkannte sofort, dass die Ursachen in Unwissenheit, Angst, Fremdheit, fehlendem Kontakt und fehlender Kenntnis des Anderen liegen. Der Tag in der Moschee hatte dazu beigetragen, diese Vorurteile aus dem Weg zu schaffen.

Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 05.07.2011