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21.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Eine neue Mitte fürs Dorf

Eine neue Mitte fürs Dorf

Gemeinderat stimmt für Neubau-Variante des Dorfkulturhauses - Gesamtkosten 685 000 Euro
Im Untergeschoss ein großer Kultursaal von 79,4 Quadratmetern, der im Alltag mit Hilfe einer Schiebewand zu zwei Gruppenräumen wird, Toiletten; im Erdgeschoss die Räume fürs BRK, die KFZ-Halle, der Bereitschaftsraum; eine Treppe höher unterm Giebel die Heizanlage. So wird vereinfacht das künftige Dorfkulturhaus von Untermitterdorf aussehen. Der Gemeinderat hat sich am Mittwoch für den kompakten Neubau entschieden, gegen eine Stimme. Die Gesamtkosten belaufen sich nach den Planungen der Architekturschmiede auf 685 000 Euro, die Gemeinde muss davon 228 000 Euro zahlen.
Ein multifunktionaler Neubau
Dabei sah es anfangs noch so aus, als ob die Mehrheit keineswegs klar sein würde. Die Alternative hatte es so manchen Gemeinderäten angetan: Abriss des Anbaus der ehemaligen Grundschule mit Ersatzbau, den Rest sanieren. „Eine gewisse Schließung“ zur Straße hätte man mit dem langgestreckten Bau erreicht, sagte Architekt Georg Oswald bei der Präsentation. Innen wären die Räumlichkeiten großzügiger gewesen, nur der „große“ Kultursaal wäre zehn Quadratmeter kleiner gewesen. Auch einen eigenen Jugendraum hätte es gegeben. Und der bühnenartige Garten wäre geblieben, der offenbar bei den Pfarrfesten der Untermitterdorfer ein besonderes Ambiente schafft.
„Ist halt die Frage, ob wir für zwei Gartenfestal 120 000 Euro in den Wind schießen“, spitzte es Karl Wurstbauer (Freie Liste) zu. Denn die Sanierungsvariante war mit insgesamt 896 000 Euro angesetzt, für 350 000 Euro hätte die Gemeinde, nach Abzug der LEADER-Fördergelder und der Beiträge von BRK und Kirche, aufkommen müssen. 350 000 Euro oder 228 000 Euro - „für mich eine klare Kostenfrage“, sagte Werner Ulrich (SPD/FWG). Auch die Folgekosten seien bei einem Neubau geringer, pflichteten ihm einige Räte bei.
Trotzdem entzündete sich an der Frage der genauen Größe des „großen Saals“ noch eine Debatte. Was will Untermitterdorf in dem Saal machen und wie viele Leute müssen dafür hineinpassen? Da schieden sich die Geister. In den Neubau-Saal passen etwa 100 Leute, wenn sie in Reihe sitzen. „Einen größeren öffentlichen Raum haben wir nicht mehr zur Verfügung in Untermitterdorf“, gab Christian Wimschneider (CSU) zu bedenken. Für Bälle und Vereinsfeiern könnte es eng werden. „Es war nie die Rede davon, das wir ‘nen Ballsaal in Untermitterdorf bauen, den haben wir ja nicht mal in Kirchberg“, entgegnete Josef Weimann (CSU). Außerdem seien die 70 Quadratmeter in der Sitzung, als man den Altbau diskutierte, niemandem zu klein gewesen. Nun seien es beim Neubau sogar fast zehn Quadratmeter mehr.
Weder Ballsaal noch Dorfwirtshaus
„Wir haben in Untermitterdorf wenn‘s hoch kommt ein, zwei Bälle im Jahr“, argumentierte Bürgermeister Alois Wenig. Und Christian Wimschneider verspürte das Bedürfnis, „ausdrücklich zu sagen, dass wir kein Wirtshaus brauchen“. Englbert Zaglauer (CSU) schlug vor, bei größeren Festen einfach das Foyer und den angrenzenden Raum miteinzubeziehen. Konrad Mühlbauer (CSU) regte an, die Vorteile des Neubaus auszunutzen und den Kultursaal einfach größer zu bauen. „Wenn wir unten größer werden, wird‘s Rote Kreuz oben auch größer“, gab Oswald zu bedenken. Das BRK, bei der Sitzung im Zuhöreraum vertreten durch Kreisgeschäftsführer Günther Aulinger, hatte seinen Platzbedarf genau angegeben. „BRK und Pfarrei haben diesen Neubauentwurf positiv befürwortet“, sagte auch Bürgermeister Alois Wenig. Beide übernehmen mit 100 000 Euro und 70 000 Euro einen nicht unerheblichen Teil der Kosten.
Am Ende stimmte nur Michael Kronschnabl gegen den Neubau. Die Gemeinderät leiteten, wieder mit einer Gegenstimme, die Förderantragstellung in die Wege. Geplanter Baubeginn ist 2011. Das Dorfkulturhaus soll 2012/2012 seine Pforten öffnen.


Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 17.09.10