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Der Scherm-Hof ist erster "Arche-Bayern-Betrieb" in Bayerischen Wald

30 Bauern aus ganz Bayern hat Umweltminister Marcel Huber am Montag als "Bayern-Arche-Betriebe" ausgezeichnet. Einer derjenigen, die für ihr herausragendes Engagement im Naturschutz und in der Landschaftspflege ausgewählt worden waren, ist Ludwig Scherm (30), Bio-Bauer aus Höllmannsried. Er erhielt die Plakette zusammen mit vier weiteren Niederbayern überreicht.
Das Ministerium will mit dem Wettbewerb "Bayern-Arche-Betrieb" die Leistungen der Landwirte für die biologische Vielfalt würdigen. Man setze hier besonders auf innovative Ideen aus der Praxis − von den Erfahrungen, Ideen und von der Kreativität profitiere der bayerische Naturschutz, sagt Minister Huber.
Zur Teilnahme aufgerufen waren Betriebe, die am Vertragsnaturschutz teilnehmen und sich für gefährdete Tier- und Pflanzenarten oder nachhaltige Landnutzungsarten auf ihren Flächen einsetzen. Besonders wichtig war eine naturschonende Bewirtschaftung, innovative Lösungen, die Vorbild für andere Betriebe sein können, erfolgreiche Kooperationen von Naturschutz und Landwirtschaft, Vermarktung regionaler Produkte sowie eine offensive Kommunikation der Naturschutzleistungen.
Letzteres machen Ludwig Scherm und sein Vater Max durchaus: Die "glücklichen Schweine von Höllmannsried" sind in der Region ein Begriff, auch im Kirchberger Tourismus-Programm spielen sie eine große Rolle. "Wir haben jedes Jahr zehn fest Termine für Hofführungen", sagt Ludwig Scherm. Max Scherm, ein gebürtiger Oberbayern, hatte vor gut 20 Jahren im Bayerwald mit der Zucht von schwäbisch-hällischen Schweinen begonnen, einer alten Rasse, die heute nahezu ausgestorben ist. "Mit zwei Schweindln hat er angefangen", erzählt der Junior. Heute haben die Scherms als ideale Hofgröße einen Bestand von rund 100 Schweinen ausgemacht.
Warum er ausgewählt wurde? "Genau weiß ich es nicht", sagt Ludwig Scherm, "aber da haben wohl viele Bausteine eine Rolle gespielt." So hat Scherm mehrere Flächen im Vertragsnaturschutzprogramm − etwa Wiesen im Moorgebiet der Todtenau, wo durch genau festgelegte Mähzeitpunkte der seltene Wiesenknopfbläuling gehegt werden soll. Auf einer anderen Fläche macht Scherm in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt einen Beweidungsversuch mit Ziegen. Die Scherms haben eine Kooperation mit einem Ackerbaubetrieb ohne Tierhaltung in Grattersdorf, der nutzt den überschüssigen Mist. "Und das Gras von den Streuwiesen, das wegen der späten Mahd nicht mehr gerne gefressen wird, nutzen wir als Einstreu bei den Schweinen." Auch solche kreativen Lösungen haben die Jury sicher beeindruckt.
Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 30.11.2011






