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Bewegende Abschiedsfeier für Schulleiter Wagner

Die Gäste der Feier konnten einen gelösten Rudolf Wagner erleben, der die musikalischenVorführungen und die Reden sichtlich genoss und von sich selbst sagte: „Es geht mir gut.“ Das war allerdings in den vergangenen Monaten nicht immer so gewesen, und so wurde Wagner zwei Jahre vor seinem offiziellen Ruhestandsalter aus gesundheitlichen Gründen pensioniert.
Wagner hatte als Schulleiter eine für Kirchberg äußerst schwierige Zeit zu meistern, das klang in den Reden zu seiner Verabschiedung mehrfach an. Erst wurde die Grundschule Untermitterdorf aufgelöst, dann die Bischofsmaiser Schule in die Kirchberger Schule integriert − und jedesmal war der Schulleiter als Vermittler und Überzeuger gefordert. Und im jahrelang tobenden Streit um den Neubau des Kirchberger Schulhauses stand der Rektor zwischen den Fronten.
Kritik übte Wagner in seiner Abschiedsrede an Regierung und Ministerium. „Heute ist man der Meinung, einer allein könne eine Schule auch mal zwei Jahre leiten“, sagte er. Als er nach Kirchberg gekommen sei, habe man dagegen noch an die begrenzte Kraft des Menschen gedacht − er selbst sei 1996 mitten im Schuljahr nach Kirchberg versetzt worden, um als Konrektor den Schulleiter zu entlasten.
Aber besonders ist Wagner ein Moment in Erinnerung geblieben, wie er sagte: Als nach Schulstreit und Neubau der erste Tag der offenen Tür stattfand. „Es war befreiend zu sehen, dass der Neubau angenommen wurde, sich der Streit legte und die Unterstützung da war.“
Mit 27 Dienst-Jahren habe Helga Rechenmacher bleibende Spuren in Kirchberg hinterlasssen, sagte Konrektor Grötzner. Und zugleich sei sie unterrichtlich ewig jung geblieben. Die Freude am Lernen habe sie ebenso gut vermitteln können wie die Freude am Sport, der für sie selbst stets Lebenselixier gewesen sei. Grötzner erinnerte an die Menschenpyramide, die in die Kirchberger Schulgeschichte eingegangen ist.
Seinen langjährigen Chef charakterisierte Grötzner als „Vater der Schule“ und mit leiser Ironie als „Mann der Worte“. Dessen wortreich gewirkte Durchsagen blieben ebenso in Erinnerung wie die Sitzfleisch fordernden Konferenzen. Vor allem aber habe Wagner immer die richtigen Worte gefunden, sei es gegenüber Schülern, Eltern oder Kollegen. Dabei war Wagner alles andere als ein Theoretiker, auch das stellte Grötzner klar. Das habe sich beim Thema Mülltrennung ebenso gezeigt wie bei der Gestaltung des neuen Pausenhofes oder beim Einbeziehen von externen Fachleuten in den Unterricht. Vor allem im neuen Schulgebäude habe Wagner sein Ideal von der „Schule als Lebensraum“ verwirklichen können, sagte Grötzner. Und deshalb habe es Symbolkraft, dass die Abschiedsfeier mitten in der Dekoration von der Faschingsfeier am Vortag stattfinde.
Für beide Neu-Ruheständler gab es vom Lehrerkollegium Gutscheine − nicht ganz uneigennützige. Rudi Wagner darf sich auch künftig um die Pflege der Obstbäume an der Schule kümmern, Helga Rechenmacher weiterhin das Kollegium mit Glühwein und Plätzchen versorgen.
Schulrätin Heidemarie Horenburg förderte in gereimter Rede eine interessante Parallele zutage: Beide Jubilare seien sozusagen Handwerker in Zeiten des Schulneubaus gewesen. Der Wagner lasse sich auch als handwerklicher Karrosseriebauer beschreiben, der Rechenmacher sorge mit seiner Handwerkskunst dafür, dass auch noch die kleinsten Hälmchen beim „Heign“ mitgenommen werden. „Es gibt außerdem Lehrerdasein auch noch ein Leben“, rief Horenburg in Erinnerung. Die Ruheständler sollten ihre Zeit jetzt zum Reisen, Garteln, Sporteln nutzen − oder einfach mal blau machen.
Vor allem Bürgermeister Alois Wenig ging in seinen Abschiedsworten auf die harten Prüfungen ein, die Rudolf Wagner an der Spitze der Schule zu meistern hatte. „Aber was hier an Schulfamilie entstanden ist, das ist bewundernswert.“ Und sein Bischofsmaiser Amtskollege Walter Nirschl beschrieb Wagner kurz und markant: „Ein offener Mensch − wir sind ganz schnell zum Du gekommen, und wir haben gut zusammengearbeitet.“ Für den Schul-Förderverein nahm Martina Rechenmacher Abschied von den beiden Pädagogen. Für den Personalrat des Schulamtsbereiches Regen sprach Josef Wellisch.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Sonja Pletl (Gesang) Anna Zaglauer und Sabrina Fürst (Steirische) Tanja Wenzl und Liselotte Hackl (Klavier) und Uta Ernst (Flöte).
Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 08.03.2011






