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21.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Zeitarbeit-Stellen prozentual beschränken

Zeitarbeit-Stellen prozentual beschränken

Sitzung des Kreisverbands mit Arbeitsmarkt-Expertin Marianne Loibl.

Die Arbeitslosenzahlen im Landkreis Regen waren Thema bei der Sitzung des CSA-Kreisverbands im Kirchberger Hof. Vorsitzender Willi Köckeis begrüßte unter anderem Bürgermeister Alois Wenig und Referentin Marianne Loibl, Leiterin der Agentur für Arbeit in Zwiesel. Die aktuelle Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent (1318 Arbeitslose) sei für den Landkreis Regen sehr erfreulich. Vergleicht man die Zahlen mit Bayern (4,2 Prozent) und Deutschland (7,5 Prozent), komme die Bedeutung dieser positiven Zahlen noch mehr zum Ausdruck. Ein Problem stellen die Jugendlichen dar, die mit 142 Suchenden zu Buche schlagen. Allerdings sei kaum jemand von ihnen längerfristig arbeitslos. Auch Zahlen über die Anträge auf Hartz IV wurden von Loibl genannt: Dabei könne eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft einen Antrag darauf stellen. Dies kann sowohl eine ganze Familie als auch Singles umfassen. Dabei liege im Schnitt der Zuschuss bei 726,00 Euro. Ein Problem gebe es auch bei den "Aufstockern", die teilweise trotz Vollzeitarbeit Zuschüsse beantragen müssten.
Auch die Kurzarbeit erreiche seit 1990 die "beste" Quote. Mit 22,4 Prozent gibt es die höchsten Zahlen im Bereich Maschinenbau, gefolgt von der Metall- und Autobranche. Im Landkreis Regen waren im Januar 51 Betriebe mit 700 Arbeitern betroffen. Zum Vergleich: Im Oktober 2009 waren noch 2117 Arbeitnehmer betroffen. Falls es keine Kurzarbeit gäbe, wären auch die Arbeitslosenzahlen viel höher, so die Expertin.
Bei der anschließenden Diskussion wurde die Auspendler-Problematik angesprochen. Hierbei kann man ein Nord-Süd-Gefälle beobachten. Während im Raum Viechtach/Teisnach die Zahl der Auspendler nicht so hoch sei, ändere sich dies im Raum Zwiesel/Frauenau. Natürlich sei es auch erfreulich, dass die Bewohner des Landkreises Regen so flexibel wären und auchl längere Fahrstrecken in Kauf nehmen, um einen Arbeitsplatz zu haben; dennoch leide darunter das gesellschaftliche Engagement, so Willi Köckeis.
Die Zeitarbeit habe sich als wichtige Branche etabliert. Ob dies immer von Vorteil sei, auch darüber wurde diskutiert. Allerdings diene sie manchmal als Sprungbrett für ein weiteres Arbeitsverhältnis. Problematisch sei aber, dass die gleiche Arbeit für weniger Geld geleistet werde. Eine Forderung der CSA lautet deswegen, die Anzahl der Zeitarbeiter pro Betrieb prozentual zu begrenzen, damit der Missbrauch eingedämmt werde. Auch die geringfügig Beschäftigten, die meist auf 400 Euro angestellt seien, bräuchten meist wieder staatliche Hilfe, weil in diesem Bereich oftmals Vollzeitstellen in mehrere 400-Euro-Jobs umgewandelt würden. Deshalb fordert auch hier die CSA eine wesentliche Verringerung dieser Stellen, auch um Altersarmut vorzubeugen.
Ebenso wurde der Facharbeitermangel angesprochen, der durch den demographischen Wandel in Zukunft noch ein größeres Problem darstellen werde. In den nächsten Jahren wird es weniger Schulabgänger als Lehrstellen geben. Auch der Kostenfaktor für die Betriebe sei nicht zu unterschätzen. Die Frage dabei sei auch, wo Betriebe Arbeiter hernehmen sollten, wenn nur mehr wenige ausgebildet werden. Willi Köckeis bedankte sich bei Marianne Loibl für ihr informatives Referat und versprach der Versammlung, die angesprochene Probleme im CSA-Bezirk Niederbayern vorzubringen.


Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 03.08.2010