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21.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Ostern - ein Zeichen des Aufbruchs

Ostern - ein Zeichen des Aufbruchs

Dies ist die Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Sieger hervorging“! So verkündete Chorsänger Wolfgang Bayr im Exsultet, dem Lobgesang der Osternacht, die für alle Christen freudige Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi in der überfüllten Pfarrkirche St. Gotthard.
Begonnen hatte die Feier der Osternacht im Freien vor der Kirchentüre. Während die Gläubigen schweigend in der dunklen Pfarrkirche versammelt waren, sprach Pfarrer Berhard Saliter vor der Kirchentüre die Segensworte. An dem Feuer entzündete dann Diakon Alfons Kopp die Osterkerze, die als Sinnbild für den auferstandenen Christus steht.
Mit der brennenden Kerze zogen dann Pfarrer, Diakon, eine große Schar von Ministranten und Pfarrgemeinderäten in das dunkle Gotteshaus. Nach dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ − Christus, das Licht“− wurde das Licht der Osterkerze an die Kerzen der Besucher weitergegeben. Die Lektoren Gertraud Pletl, Anneliese Ertl, Melanie Kaufmann und Manfred Kufner trugen dann Lesungen aus dem Alten Testament vor, in denen die Heilstaten Gottes gepriesen werden. Die Freude über die Auferstehung wurde auch bei den Gottesdienstbesuchern hörbar, als die Kirchenglocken nach ihrem Verstummen am Gründonnerstag wieder zu läuten begannen und die stille Zeit der Trauer um den Gekreuzigten beendete.
Voller Freude und Begeisterung stimmte das Kirchenvolk mit ein, als auch die Orgel und der Chor einsetzte und mit einem Loblied das Gloria anstimmte. Zum ersten Mal nach der langen Fastenzeit konnte man auch das Halleluja wieder feierlich mitgesungen werden. Im Mittelpunkt des Wortgottesdienstes stand die Ansprache von Pfarrer Bernhard Saliter. „Ostern, das Hochfest der Auferstehung ist kein bequemes Fest“, stellte der Geistliche fest. Ostern sei als eine Situation des Aufbruchs zu verstehen. Und Aufbruch bedeute auch Anspannung. Man könne sich nicht zurücklehnen, die Arme verschränken und das Geschehen aus der Distanz beobachten. Für die Christen bedeute der Tod von Jesus nicht das Ende, wie es zunächst erschiene. Es heiße vielmehr: Im Aufbruch der Dunkelheit sei der Anfang zu erkennen. Für die Gläubigen folgerte Saliter deshalb daraus: „Der viel zitierte Osterhase verliert angesichts der Dramatik des Festes seine Niedlichkeit“.
Als Zeichen dafür, dass sich auch die Gemeinschaft der Kirche und der Pfarrei im Aufbruch befindet und nicht im Schweigen verharrt, konnte man an der Teilnahme einer Vielzahl von Jugendlichen und junger Erwachsenen bei der Feier der Osternacht registrieren. Auch in den Gesichtern der 28 Messdienern, ließ sich erkennen, dass sie voller Eifer, vor allem in den Tagen der Karwoche, den zeitaufwendigen und manchmal anstrengenden Dienst gerne ausüben. Ein dickes Lob hatte Pfarrer Saliter auch für den Kirchenchor übrig. Die Sänger und Sängerinnen um Chorleiterin Antonia Radlinger mit ihren Solistinnen Anna
Göstl, Friederike Kufner und Sylvia Schreiner gelang es mit großartigem musikalischem Können richtige Osterfreude zu vermitteln. Zum Schluss gab es auch noch etwas zu lachen. Pfarrer Saliter entließ auch dieses Jahr die Mitfeiernden nicht, ohne sie mit einem Osterwitz in beste Feiertagsstimmung zu versetzen.

Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 28.04.2011