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Mobilfunkmasten: Die Suche bleibt schwierig
Sie droht zu einer unendlichen Geschichte zu werden − die Suche nach einem geeigneten Standort für einen Mobilfunkmasten in der Gemeinde Kirchberg. Zum Jahresende 2010 hatte der Eigentümer der Scheune in Unterneumais, wo der Mast bis dahin installiert war, seinen Vertrag mit der Deutschen Telekom gekündigt. Seitdem steckt ein großer Teil von Kirchberg im Funkloch. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern, wie Helmut Huber, Geschäftsleiter der Gemeinde, klar macht: „Wenn wir den Masten bekommen, dann dauert es nochmal ein Jahr, bis wir wieder ein Netz haben. Und nachdem ja noch nicht einmal ein Standort feststeht...“
„Wir müssen die Bürger mitnehmen“
Woran es liegt, dass bis jetzt − nach immerhin fast acht Monaten ohne Handyempfang − noch immer keine wirkliche Lösung für das Problem Mobilfunkmasten in Reichweite liegt? Darin gehen die Meinungen von Gemeinde und Telekom auseinander. Die Rolle des Bremsers wird jeweils auf der anderen Seite verortet. Fest steht, dass der von der Telekom ursprünglich bevorzugte Standort auf dem gemeindlichen Gelände in Unterneumais, das unter anderem für das Sonnwendfeuer genutzt wird, nicht mehr in Frage kommt. Auf Druck der Dorfgemeinschaft hatte sich der Gemeinderat mit zwölf gegen zwei Stimmen bereits im Juli 2010 gegen einen Verkauf entschieden.
Seitdem wurden mehrere Standorte geprüft und wieder verworfen. Bis zu acht Standorte, alle auf privatem Grund, habe die Gemeinde an die Telekom weitervermittelt, erzählt Helmut Huber. Winfried Schmitt, Sachbearbeiter bei der Telekom in Nürnberg, kontert: Alle Grundstücke seien sorgfältig geprüft worden. Aus Gründen wie fehlendem Stromanschluss, zu niedriger Lage (man hätte dort laut Schmitt sonst einen bis zu 55 Meter hohen Turm bauen müssen) oder anderen Standortproblemen, wie etwa der Nähe zum Kindergarten, würden diese aber nicht in Frage kommen. „Ansonsten hat uns die Gemeinde Kirchberg nichts vorgelegt“, sagt Winfried Schmitt.
Das will Bürgermeister Alois Wenig so nicht stehen lassen: „Die Telekom will natürlich einen Standort mit optimaler Infrastuktur serviert bekommen, ohne investieren zu müssen.“ Unterneumais wäre für den Telefonriesen so ein Standort gewesen. „Wir müssen aber die Bürger mitnehmen. Und dort leben viele junge Familien. Der Widerstand gegen den Masten war einfach zu groß“, so Kirchbergs Bürgermeister.
Der Standort, den sich Bürgermeister Alois Wenig und die Kirchberger Verwaltung nun am besten vorstellen könnten, wäre auf der Anhöhe zwischen Laiflitz und Hangenleithen im Wald. Der Vorteil sei hier, dass keine größeren Siedlungen in der Nähe seien. Als weitere mögliche Lösung sieht Wenig immer noch den Kirchenberg, wo der Sender nach seinen Vorstellungen etwas abseits von der Kirche im Wald installiert werden könnte.
Wenig: Die Telekom soll ernsthaft prüfen
„Unserer Meinung nach müsste es an beiden Standorten schon noch gehen, auch wenn es sicherlich nicht ideal ist“, sagt Huber. Die Gemeinde hat nun die beiden Vorschläge an die Telekom weitergeleitet. „Ich appelliere an die Telekom, dass sie die dort vorhandenen Grundstücke ernsthaft prüft“, sagt Alois Wenig. Bei dem Problem eines fehlenden Stromanschlusses − das sich wohl bei allen in Frage kommenden Grundstücken stellen würde − würde die Gemeinde Kirchberg der Telekom sogar, zum Beispiel mit Erdarbeiten, entgegenkommen. Der Bürgermeister sieht in dieser Frage auch die Gemeinderäte hinter sich.
Ob diese Lösung der Gemeinde auch für die Telekom ausreichend ist? Winfried Schmitt erklärt auf Nachfrage des Bayerwald-Boten, welche Grundvoraussetzungen der Standort eines Mobilfunkmasten haben muss: Wegen des UMTS-Netzes, das die Telekom inzwischen als Standard anbietet, braucht das gesamte Gebiet zumindest annähernd eine Sichtverbindung zum Mobilfunkmasten. Erst dann hätte man einen guten Senderstandort. Dieser sollte auch möglichst zentral im zu versorgenden Gebiet liegen, so Schmitt.
Der Telekom-Mann betont, dass man sehr wohl um eine Lösung in Kirchberg bemüht sein: „Wir wissen, dass einige Kunden in der Gemeinde wegen der Situation sehr verärgert sind. Das nehmen wir ernst.“ Jedoch könne man nicht mehr tun, als die Vorschläge der Gemeinde prüfen. Außerdem stehe man selbst mit einigen Privatpersonen wegen möglichen Standorten in Verhandlungen. Allerdings würden die sich als schwierig darstellen, da oft der Druck aus der Dorfgemeinschaft groß sei, in der unmittelbaren Umgebung keinen Mobilfunkmasten zuzulassen. Wie im Beispiel in Unterneumais.
Auch Hemut Huber spricht in diesem Fall von einem „Teufelskreis“. „Ich wäre wirklich froh, wenn sich eine Privatperson finden lassen würde.“ Bis dahin gehen die Prüfungen und Verhandlungen in die nächste Runde − Ende offen...
Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 21.07.2011






