18.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten
Mit dem Bund Naturschutz durchs Moor der Todtenau

Bei strahlendem Sonnenschein haben sich fast 50 Teilnehmer auf den Weg gemacht, um die Moorwelt der Todtenau in der Gemeinde Kirchberg zu erkunden. Die Kreisgruppen Deggendorf und Regen des Bund Naturschutz und die Kreisgruppe Regen des Landesbund für Vogelschutz hatten zu dieser naturkundlichen Wanderung eingeladen, die auch Teil der diesjährigen Bayern Tour Natur war.
Neben vielen Teilnehmern aus dem Landkreis Deggendorf hatten sich auch zahlreiche Besucher aus der näheren Umgebung der Führung angeschlossen, um Genaueres über dieses Gebiet zu erfahren. Es war 1983 mit einer Größe von knapp 150 Hektar unter dem Namen „Todtenau und umgebenden Auen“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden, um es vor dem geplanten Abbau von Badetorf zu schützen.
Unter Führung von Rosmarie Wagenstaller vom Landratsamt Regen ging es zunächst in die Reischau. Zwischen Waldläusekraut, Arnika und Wollgras erfuhren die Besucher, dass im Rahmen des Projektes „Artenvielfalt Ruselmoore“, das vom Amt für ländliche Entwicklung gefördert wird, der Landkreis Regen bereits zahlreiche Grundstücke im Gebiet erworben oder eingetauscht hat. Dadurch befindet sich bereits die Hälfte des Schutzgebietes, das gleichzeitig auch als FFH-Gebiet gemeldet ist, in öffentlichem Eigentum. Auf den Flächen werden standortfremde Fichtenanpflanzungen entfernt, Entwässerungsgräben verschlossen und nasse Streuwiesen wieder gemäht.
In der Todtenau konnte Rosmarie Wagenstaller das Spirkenfilz mit seiner besonderen Tier- und Pflanzenwelt erläutern. Während es in Bayern praktisch keinen Torfabbau mehr gibt, werden in Russland und im Baltikum viele Moore immer noch durch die Gewinnung von Torf für unsere Gartenerde zerstört. Durch Verwendung torffreier Gartenerde kann daher jeder einen Beitrag zum weltweiten Moorschutz leisten, erklärte Wagenstaller.
Entlang von Dornerau und Muckenau wanderten die Teilnehmer bis in die Höllenau, die äußerste Ostspitze des Gebietes. Die schaurigen Sagen, die es von dem Gebiet gibt, konnten zwar bei dem herrlichen Wetter nicht ganz nachvollzogen werden; dafür konnte die Exkursionsleiterin in der Höllenau die erfolgreichen Wiedervernässungsmaßnahmen vorzeigen, die auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. In entwässerten Mooren wird der darin über Jahrtausende gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt; dieser Prozess wird durch den Anstau der Entwässerungsgräben allmählich wieder gestoppt. Moorrenaturierung wäre somit eine der effektivsten und kostengünstigsten Methoden, um den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu verhindern.
Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 15.06.2011






