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Internet per Autobahn oder Feldweg

Tagesordnungspunkt zwei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Kirchberg am Mittwoch hatte es in sich: Eine Stunde lang diskutierten die 15 Gemeinderäte um Bügermeister Alois Wenig zusammen mit Siegfried Schollerer, Geschäftsführer der BreitbandNetwork GmbH, und Christof Englmeier, Vorstandsvorsitzender der Firma „amplus“, angeregt über das Thema Breitbandversorgung.
Denn man möchte möglichst schnell eine Lösung finden, um das Förderjahr 2011 noch nutzen zu können. Besonders im Rahmen des laufenden Straßenbaus wäre es ein Leichtes, die aufgegrabenen Straßen auch für die Verlegung der Breitbandanbindung zu nutzen. Christof Englmeier präsentierte die Ideallösung: Glasfaserversorgung bis hin zum Endverbraucher, was die schnellstmögliche Internetverbindung garantieren würde. Jedoch würden bei diesem Vollausbau Kosten von 968 000 Euro anfallen, weshalb diese Lösung vorerst wohl utopisch bleiben wird.
Lösung mit Glasfaser ist ideal, aber zu teuer
Über mögliche Trassenführungen informierte Siegfried Scholler. Für Kirchberg selber gebe es keine großen Probleme mit der Anbindung, aber für die äußeren Ortschaften, da bei den Standard-Kupferleitungen das Signal mit größerer Distanz immer schwächer wird. „Je länger der Draht, desto höher die Dämpfung, desto schlechter das Signal“, erläuterte der Fachmann die physikalischen Vorgänge. Mit Glasfaserkabeln wäre dieses Problem nicht gegeben. Auch die alternative Übertragung per Richtfunk sei in dieser hügeligen Region nur schwer umzusetzen. Es sei Bestandteil der Detailplanung, Orte zu suchen, an denen mit dieser Technik gearbeitete werden kann. Allerdings wiesen die Fachleute in die Zukunft: Spätestens in zehn bis 20 Jahren werde man um Glasfaserversorgung nicht mehr herum kommen.
Etwa 20 Kilometer lang wären die Trassen für eine Vollversorgung. Die Planer stellten auch den ersten der insgesamt vier angedachten Bauabschnitte vor, der zuerst die einwohnerstarken Gebiete Raindorf und Untermitterdorf versorgen soll: Mit sieben Kilometer Trassenlänge und Kosten in Höhe von 387 000 Euro sei es der längste und somit teuerste Abschnitt, weil die Kosten vor allem auf die notwendigen Tiefbauarbeiten entfallen. Mit einer speziellen Technik aus Österreich, bei der das Glasfaserkabel direkt in den Straßenbelag eingelegt wird, würden die Kosten auf 262 500 Euro sinken, da die Asphaltdecke nur leicht aufgefräst werden müsse, anstatt komplett aufgerissen zu werden. Allerdings sei diese Lösung empfindlicher, so Englmeier. Wenn die betreffenden Straßen aber später saniert würden, könne man ohne Mehrkosen eine „klassische“ Kabelverlegung in der Tiefe organisieren.
Bürgermeister Alois Wenig stellte fest, dass wegen der hohen Kosten dieses Projekt über einen längeren Zeitraum gestreckt werden müsse, und erkundigte sich gleichzeitig, nach einer möglichen Förderung. 100 000 Euro sei die Maximalförderung in Bayern, erklärten die Fachmänner. Christof Englmeier verwies auch noch auf die Tatsache, dass der Anbieter „amplus“ das Internet für die Kunden qualitätiv gleichwertig aber billiger als die Telecom bereitstellen könne. Außerdem seien in dem angedachten Preis schon die 20 Prozent abgezogen, die „amplus“ selbst übernehmen wird. Auch betonte Englmeier, dass nach dem Ausbau für die Gemeinde keine weiteren Kosten mehr für Wartung anfallen würden.
Schwierige Versorgung der Außenbereiche
Aber die Breitbandversorgung ist ohnehin noch in der Planungsphase. Über die Details der Streckenführung, der Art der Übertragung und der möglichen Förderung müsse man dann in weiteren Sitzungen eingehender beraten. Einig ist man sich im Gemeinderat, dass man sich eine Lösung überlegen muss, denn beispielsweise in Untermitterdorf sei zur Zeit nur eine Verbindung mit 40-60 Kb gegeben.
Bürgermeister Wenig bedankte sich bei Christof Englmeier und Siegfried Schollerer. Das Gespräch habe vorrangig dazu gedient den Gemeinderat zu informieren, um die weitere Marschrichtung festlegen zu können. Man müsse die Gesamtlösung schrittweise voranbringen, dafür werde man mit „amplus“ in Verbindung bleiben und das Thema Breitbandversorgung auf den folgenden Sitzungen weiter behandeln.
Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 09.04.2011






