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18.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Firma Jander investiert 1,9 Millionen Euro

Firma Jander investiert 1,9 Millionen Euro

Er hat die Erfahrung aus 34 Jahren, in denen er als Unternehmer aktiv ist: Kurt Jander, der in Kirchberg ein Unternehmen betreibt, das auf die Verarbeitung und Formung von Kunststoff spezialisiert ist. Und diese Erfahrung, die verleihe ihm auch in den nicht ganz leichten Zeiten das Selbstbewußtsein, etwas zu wagen. Was er jetzt wagt, ist ziemlich exakt zu beziffern: 1,9 Millionen Euro groß ist die Investition, für die am 15.06.2010 im Gewerbegebiet Kirchberg i. Wald der erste Spatenstich gemacht worden ist.
Neben den Gästen des Spatenstichs stehen Paletten, die soeben aus der Produktionshalle gefahren worden waren. Sauber verpackte Kunststoff-Christbaumständer, die Jander für Krinner fertigt. Kirchberg i. Wald sorgt dafür, dass die Christbäume gerade stehen; und Fa. Jander sorgt auch dafür, dass es bei der künstlichen Befruchtung von Nutztieren klappt: Besamungspipetten entstehen in Kirchberg i. Wald. Mittlerweile ist auch der Werkzeugbau ein starkes Standbein in dem Betrieb, der laut Kurt Jander gegenwärtig rund 140 Mitarbeiter beschäftigt.
Relativ jung ist die jüngste Sparte: Jander ist unter die Automobilzulieferer gegangen. Deshalb waren beim Spatenstich auch Christina und Christian Sakreida von der DOMA GmbH aus Mariaposching dabei. Dieses Unternehmen liefert Fußmatten an die Automobilhersteller. Bisher wurde in Tschechien gefertigt. Aber bei den jüngsten Produkten scheiterte der DOMA-Partner in Tschechien an technischen Problemen. Die Sakreidas, die schon vorher Kontakt mit Kurt Jander hatten, fragten nach, ob er einspringen könnte.
Jander testete, konnte es und jetzt werden bald auch Fußmatten für BMW oder VW, Toyota oder Kia aus Kirchberg i. Wald kommen.
"Unser Ziel ist es, nach dem Neubau der neuen Produktionshalle die Zertifizierung nach ISO 16949 zu erreichen", so Jander, der sich von der neuen 1400m² großen Halle bessere Abläufe der Fertigung erhofft. Der Zeitplan ist eng - Ende Juli soll der Bau abgeschlossen sein und deswegen machten die Baumaschinen während des Spatenstichs keine Minute Pause.
Al "sehr erfreulich für die Gemeinde" bezeichnete Kirchbergs Bürgermeister Alois Wenig die Investition im Gewerbegebiet. "Jeder Arbeitsplatz ist für uns wichtig", so Wenig, der Jander auch Hoffung macht, dass der Bau der Kirchberger Umgehung und der Anschluss des Gewerbegebiets in näherer Zukunft doch noch realisiert werden kann.
"Das wäre für uns unheimlich wichtig", sagt Jander dazu. Zurzeit steuern zwei Lastzüge pro Tag die Produktionsstätte in Kirchberg i. Wald an, zwei Lastzüge mit fertigen Produkten verlassen Kirchberg i. Wald in Richtung Hengersberg/Autobahn. Nach der Erweiterung werden es pro Tag sechs Lastzüge sein, die Material anliefern, sechs, die Waren zum Kunden bringen. "Im Winter kann das im Dorf schon Chaos geben", befürchtet Jander, der der Gemeinde schon seit 34 Jahren treu ist. Begonnen hat er in Höllmannsried, Anfang der 90er Jahre zog das Unternehmen ins neue Gewerbegebiet. "Wir stehen zum Standort", sagt Kurt Jander, der aber auch feststellt, dass es in den vergangenen Jahren schwieriger geworden ist, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.


Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 16.06.2010