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Der durstige Mönch ist am Ziel

Er soll gewissermaßen das Sahnehäubchen für das dorferneuerte Dorf Zell (Gemeinde Kirchberg) werden: Der Brunnen am Dorfplatz, dessen Gestaltung auf den Ortsnamen und den historischen Ursprung des Dorfes Bezug nimmt. Am Mittwochnachmittag ist die Brunnenplastik in Zell angekommen: Ein lebensgroßer, stilisierter Mönch, der sich zu einer Quelle niederbeugt.
Der Regener Bildhauer Max Weiderer hat die Skulptur aus Mettener Granit geschaffen. Die Wasserversorgung war nie ein Problem, denn viele Anwesen in Zell haben, obwohl das Dorf am öffentlichen Netz hängt, noch ihre eigenen Quellen. Und so wird der Dorfbrunnen künftig aus der Haus-Quelle des oberhalb liegenden Gasthofes Kappl gespeist. In den nächsten Tagen wollen die Zeller um ihren Gemeinderat Gerhard Penn den Platz rund um den Brunnen gestalten. Die betonierte Fundamentplatte der Skulptur wird verschwinden, deren Umgriff wird mit Pflastersteinen belegt. Die übrige Fläche des Rondells, auf dem vor der Dorferneuerung das Kriegerdenkmal stand, bleibt Grünfläche. Durch eine Rinne aus Bruchsteinen wird das Brunnenwasser ablaufen. Damit ist, nach zweijähriger Laufzeit der Bauarbeiten, der öffentliche Teil der Dorferneuerung abgeschlossen. Bis auf ein zweites „Zuckerl“, das sich die Zellerer noch gönnen wollen: Einen Backofen auf dem Dorfanger. Von der Idealvorstellung eines individuell gemauerten Ofens ist man allerdings abgekommen, erklärt Gerhard Penn. „Der käme wohl auf 20 000 Euro und wäre damit unbezahlbar“, sagt er.
Ein Backofen für das Dorf
Und außerdem finde man mittlerweile kaum mehr Fachleute, die einen Backofen im klassischen Stil mauern können. So greift man in Zell auf einen Bausatz zurück. Die Neuanschaffung ist keineswegs als Dekoration gedacht, betont Penn - schließlich haben die Zeller mit Rudolf Nothdurft einen Bäcker im Dorf. Penn kann sich auch gut vorstellen, dass der Ofen bei Steinofen-Backkursen für Urlauber und Einheimische zum Einsatz kommen könnte.
Bei der Anlieferung der Mönchsfigur und des zugehörigen Quellsteines am gestrigen Mittwoch ließen sich Penn und Kirchbergs Bürgermeister Alois Wenig auch über die Details informieren. Der Bildhauer hat den kauernden Ordensmann stark abstrahiert; kenntlich ist er vor allem an der hervorstehenden Kapuze des Ordenskleides. Die Oberfläche des Steines, der aus einem Bruch in Innenstetten bei Deggendorf kommt, ist in den glatteren Bereichen des Mönchs-Körpers gestockt, in den raueren gespitzt. Das Spitzen erledigt der Steinmetz auch heute noch per Hand mit Fäustel und Spitzeisen, das Stocken erfolgt mit einem elektrischen Stockhammer.
Im Gegensatz zum grob behauenen Quellstein hatte Weiderer die Mönchsfigur imprägniert, der Stein nimmt damit kaum Wasser auf. Damit wird die Oberfläche weniger anfällig für Moos - und vor allem für die Schwefelflechte, die den Stein angreift.
Mit Schwung in den Dorfwettbewerb
Während die Dorferneuerung auf den öffentlichen Flächen von Zell dem Ende zu geht, ist sie bei diversen Privathäusern noch in vollem Gange. Das konnte Gerhard Penn gestern unschwer demonstrieren: Direkt am Dorfplatz wird gerade das Dach des Gasthauses Wurzer erneuert, gerade rollt ein Baustoff-Lastzug an. Und das benachbarte Haus wird ebenfalls noch hergerichtet. Derweil nehmen die Dorfleute den Schwung aus der Dorferneuerung gleich mit hinein in den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden.“ Derzeit laufen die Arbeiten in den verschiedenen Arbeitskreisen an, wie Penn berichtete.
Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 11.11.10






