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18.05.2012 - Sie sind hier: Aktuelles - Nachrichten

Bürger vermissen Umgehung, Toiletten, Briefkasten und schnelles Internet

Bürger vermissen Umgehung, Toiletten, Briefkasten und schnelles Internet

Eine Bürgerversammlung stellt eine wichtige Möglichkeit zur Beteiligung der Bürger in der Gemeinde dar. Rund 60 Kirchberger haben im Gasthaus "Dorfwirt" in Untermitterdorf diese Gelegenheit wahrgenommen.


 Bürgermeister Alois Wenig und fast der gesamte Gemeinderat waren anwesend und standen Rede und Antwort. Die Gemeinde Kirchberg hatte zum 31. Dezember 4246 Einwohner. Im Jahre 2011 wurden in der Gemeinde bis zum heutigen Datum 28 Geburten, 29 Sterbefälle und 15 Eheschließungen registriert. Von den rund 4000 Bürgern arbeiten 603 im Gemeindebezirk, 1363 außerhalb der Gemeinde oder als Pendler. Auch konnte die Gemeinde 28 194 Übernachtungen im Jahre 2010 registrieren.

 Im aktuellen Schuljahr gibt es 340 Schüler, davon 53 aus Bischofsmais, die in der Mittelschule Kirchberg unterrichtet werden. Dafür besuchen 36 Schüler aus Kirchberg in Bischofsmais die fünfte Klasse. Im Jahre 2010 belief sich der Gesamthaushalt der Gemeinde auf rund 8,05 Millionen Euro. Das größte Loch in die Gemeindekasse riss der Neubau der Turnhalle mit rund 2,5 Millionen Euro und der Bau der Verbindungsstraße Höllmannsried-Reichertsried mit gut 1,15 Millionen Euro. Jedoch konnte die Pro-Kopf-Verschuldung 2010 auf 1681 Euro gesenkt werden, damit liegt Kirchberg unter dem Landkreisdurchschnitt.

 Auf Grund der Vielzahl kostenintensiver Maßnahmen, die in den nächsten Jahren auf die Gemeinde zukommen, wird sich der Schuldenstand sicherlich erhöhen, wie Wenig erklärte. Als nächste größere Investitionen im Jahre 2012 sind das Dorfkulturhaus in Untermitterndorf, die Sanierungen der Gemeindestraßen Unternaglbach-Obernaglbach, Reichertsried-Kirchberg, die Instandhaltung und Sanierungen der Hochwasserbehälter und der gesamten Wasserversorgung sowie die Neubeschaffung eines Unimog geplant.

 Zwar liegt die Gemeinde bei dem Wasserpreis von 2,15 Euro pro Kubikmeter deutlich über dem Landkreisschnitt, bei den anderen Gebühren wie Kanal, Friedhof und Beerdigungen aber deutlich darunter. Mit einer Diashow mit 115 Bildern über die Ereignisse, Veranstaltungen und Festivitäten beendete der Bürgermeister seinen Rechenschaftsbericht.

 In der anschließenden Fragenrunde wurde unter anderem nachgefragt, warum man beim Bau der beiden Verbrauchermärkte in Kirchberg keine öffentlich zugängliche Toilette errichtet habe. Bürgermeister Wenig erklärte, eine solche Anlage sei angesichts der Baukosten von gut 30 000 Euro und der nachfolgenden Kosten für Reinigung, Wartung und Instandhaltung bisher verworfen worden. Man mache sich aber sicherlich Gedanken darüber. Das gleiche Thema gab es auch für Untermitterndorf, dies wolle man aber bei dem Neubau des Dorfkulturhauses berücksichtigen und die Toiletten öffentlich zugänglich machen.

 Die nächste Frage eines Besuchers: "Wann beginnt man mit der Erschließung des Neubaugebietes in Untermitterdorf?" Wenig sagte, sobald die erste ernsthafte Anfrage nach einem Grundstück und ein Bauantrag der Gemeinde vorliege, werde mit der Erschließung begonnen. Beim Teilabriss des alten Schulhauses wurde der Briefkasten entfernt und kein neuer aufgestellt. Bürgermeister Wenig versprach, sich sofort darum zu kümmern.

 Wie sieht es mit der Breitbandversorgung von Untermitterdorf aus? Eine Funkverbindung vom Brotjacklriegel zum Rathaus in Kirchberg wäre möglich, so Wenig. Jedoch müsste dann eine Glasfaserverbindung gelegt werden, die die Gemeinde runde 170 000 Euro kosten würde − dabei wäre das eine Angelegenheit der Telekom. "Warum sollen wir unsere Steuergelder ausgeben, damit die Anbieter daran verdienen?" fragte Wenig.

 Wichtigste Frage war jedoch, wann mit dem Bau der Umgehung Kirchberg mit der Anbindung der Straße nach Hangenleithen, als Zubringer zur Autobahn begonnen wird. Laut Wenig weigern sich zwei Grundstückseigentümer weiterhin, die benötigten Flächen abzutreten. Darüber wird zurzeit beim Verwaltungsgericht in Regensburg verhandelt. Die Pläne und die Finanzierung stehen bereits und man könnte schon morgen anfangen, wenn die Grundstücksfrage geklärt wäre.

 Ein großes Anliegen von Bürgermeister Wenig ist die Errichtung eines Trinkwasserbrunnens in der Schule, welchen er über eine Spendenaktion finanzieren will. Ein Gemeindebürger aus Rinchnach hat dafür bereits spontan gespendet. "Früher gab es in jeder Schule einen Brunnen und man sollte den Kindern damit verdeutlichen, dass nicht nur das ganze süße Zeug gut ist, sondern wie gut unser Wasser schmeckt", so Alois Wenig.



Bericht aus dem Bayerwald-Boten vom 09.11.11